Was essen Kinder am liebsten?

was essen kinder am liebsten

Wenn Kinder von Ernährungswissenschaftlern oder Marktforschern nach ihren Lieblingsspeisen befragt werden, erhärtet sich schnell der Verdacht, den nur allzu viele Eltern längst hegten: Süßes und Fettiges, also etwa Fast Food und Schokolade stehen hoch im Kurs.

Kommt dagegen gesunde und kalorienarme Kost auf den Tisch, führt dies nicht selten zu erbitterten Diskussionen zwischen Nachwuchs und Erziehungsberechtigten – besonders beliebt sind nach diversen Studien Spaghetti Bolognese, Hähnchen, Pizza und Pommes, während Rosenkohl, Leber und Naturjoghurt auf besonders entschlossene Ablehnung der jungen Generation stoßen (für detaillierte Informationen über die Ernährungsgewohnheiten von Heranwachsenden vgl. die EskiMo Studie des Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz).

Auch ein Blick auf die Speisekarten der Restaurants und Lieferdienste bestätigt, dass der Nachwuchs energiereiche Nahrungsmittel bevorzugt und unbekannten Speisen eher kritisch gegenüber steht, als Kinderangebote finden sich hier beinahe überall: Hot Dogs, Pizza mit besonders viel Käse, Chicken Nuggets u. ä. Gerichte. Doch warum verhält sich das eigentlich so?

Warum essen Kinder am liebsten energiereiche Nahrung?

Schon in frühester Kindheit (d. h. nach dem Abstillen) entscheiden sich Kleinkinder, wenn sie die Wahl haben instinktiv für süße und energiereiche Lebensmittel und wenden sich von anderen ab. Dr. Thomas Ellrott vom Institut für Ernährungspsychologie an der Universität Göttingen sieht die Ursachen für dieses Verhalten in der Evolution der Menschheit selbst: Heranwachsende bevorzugen demnach instinktiv Nahrungsmittel, die einem Zuwachs von Größe und Gewicht förderlich sind. Darüber hinaus ist, wie jeder Ernährungswissenschaftler bestätigen wird, Fett ein ausgezeichneter Geschmacksträger, mit dem auch die Aromastoffe anderer Speisen besser zur Geltung kommen (weshalb sich Fast Food bei vielen Erwachsenen ebenfalls höchster Beliebtheit erfreut).

Wie lernen Kinder sich gesund zu ernähren?

Dass die Vorliebe für fettes und süßes Essen auch entwicklungsgeschichtlich bedingt ist, bedeutet nun allerdings keineswegs, dass Eltern, die ihrem Nachwuchs eine ausgewogene Kost angedeihen lassen möchten, sich einer vergeblichen Mühe unterziehen, im Gegenteil, massgeblich für die Ausbildung der späteren Ernährungsgewohnheiten ist nämlich eindeutig die Sozialisierung, d. h. die Erziehung der Kinder und hier gilt wie eigentlich in jedem Fall: Kinder lernen durch Nachahmung, also indem sie sich an ihren Bezugspersonen orientieren. Strikte Verbote sind dabei allerdings eher kontraproduktiv, Fachleute empfehlen eher, den Heranwachsenden bestimmte Speisen nicht aufzuzwingen, sondern immer wieder anzubieten, bis sie sich an den Geschmack gewöhnt haben und dabei vor allem: eine gesunde und ausgewogene Ernährung vorzuleben!
Wenn das gelingt kann man auch ohne Bedenken im Restaurant oder bei Online-Bestellportalen wie lieferando ab und an ohne schlechtes Gewissen die klassischen Fast Food Gerichte ordern, denn die meisten Familien haben keine Lust, die Erziehung zur gesunden Ernährung ausgerechnet dann vorzunehmen, wenn sie auswärts Essen bzw. Essen bestellen.

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